Wie Sie ein Fahrverbot umgehen können

Wie Sie ein Fahrverbot umgehen können

 von Jonas Villwock (jur. Redaktion)
Wie Sie ein Fahrverbot umgehen können
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  1. Fahrverbot umgehen
  2. Voraussetzungen, um das Verbot zu umgehen
  3. Die Rolle des Augenblicksversagens
  4. Fahrverbot in höhere Geldbuße umwandeln
  5. Kann man ein Fahrverbot übertragen?
  6. Fahrverbot umgehen ohne Anwalt: Geht das?

Zusammenfassung

Ein Fahrverbot tut richtig weh! Mehr noch: Es kann eine existenzielle Bedrohung darstellen. Zum Beispiel für Menschen, die beruflich auf den Führerschein angewiesen sind. Flattert der Bußgeldbescheid inkl. Fahrverbot ins Haus, stellen sich Betroffene die Frage: „Kann ich das Fahrverbot umgehen?“. Die Antwort lautet: Ja. Ein Fahrverbot lässt sich manchmal abwenden. Sie müssen allerdings zwei wichtige Voraussetzungen beachten.

 

Auf einen Blick

  • Es ist kompliziert, Fahrverbote zu umgehen – aber möglich!
  • Für Wiederholungstäter wird es besonders schwer.
  • Voraussetzungen: Rechtzeitig Einspruch einlegen und Härtefall nachweisen.
  • Betroffene müssen im Detail darlegen, warum ein Härtefall besteht.
  • Ohne die Hilfe eines Anwalts ist es grundsätzlich schwer, ein Fahrverbot zu umgehen.

 

1. Fahrverbot umgehen

Generell ist es sehr schwer, Fahrverbote zu umgehen. Das liegt daran, dass entsprechende Sanktionen einen erzieherischen Effekt haben sollen. Eine Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr begehen viele Verkehrsteilnehmer. Hinter einem Fahrverbot verbirgt sich hingegen meist ein schwereres oder gleich zahlreiche Vergehen. Die Strafe soll abschrecken und zukünftige Fehltritte unwahrscheinlicher machen.

Wer wiederholt oder schwerwiegend gegen das Straßenverkehrsgesetz (StVG) verstößt, muss mit einem Fahrverbot von bis zu 3 Monaten rechnen. Sofern innerhalb der letzten 2 Jahre kein Fahrverbot gegen Sie erlassen wurde, gelten Sie als Ersttäter – was mit gewissen Privilegien einhergeht. Ersttäter haben innerhalb eines viermonatigen Zeitraums üblicherweise die Möglichkeit, den Start des Fahrverbots selbst zu wählen. Wiederholungstäter müssen damit rechnen, dass die Behörde das Startdatum des Fahrverbots festlegt.

Schildern Sie Ihren Fall einem Anwalt für Verkehrsrecht, um alle wichtigen Informationen zu Ihrer individuellen Situation zu erhalten. So können Sie eine informierte Entscheidung treffen und gegebenenfalls gegen das Fahrverbot vorgehen.

Typische Verstöße sind Geschwindigkeitsüberschreitungen, zu dichtes Auffahren, das Überfahren einer roten Ampel sowie Überschreitungen der Promillegrenze.

Ob ein Fahrverbot aufgehoben wird, prüfen die Behörden immer im Einzelfall.

 

Fahrverbot umgehen: 1 Monat, 2 Monate oder 3 Monate

Das deutsche Verkehrsrecht sieht vor, dass ein Fahrverbot für einen, zwei oder drei Monate verhängt werden kann. Der festgelegte Zeitraum richtet sich in erster Linie nach der Schwere des Vergehens. Das einmonatige Fahrverbot erteilen die Behörden am häufigsten. Zum Beispiel bei Geschwindigkeitsüberschreitungen.
 
Doch was bedeutet das eigentlich – ein Monat Fahrverbot? Das Fahrverbot berechnet sich nach der Kalenderzeit. Die Laufzeiten liegen deshalb zwischen 28 und 31 Tagen und lassen sich nicht pauschal benennen. Genauere Informationen zum Zeitraum sind dem Bußgeldbescheid zu entnehmen.

 

2. Voraussetzungen, um das Verbot zu umgehen

Für Wiederholungstäter wird es sehr schwer, sich dem Fahrverbot zu entziehen. Besser sieht es für Verkehrssünder aus, die sich im Straßenverkehr in der letzten Zeit kaum etwas zu Schulden haben kommen lassen. Wenige Punkte in Flensburg sind deshalb eine hilfreiche Voraussetzung, um ein Fahrverbot zu vermeiden.

 

Einspruchsfrist

Wichtig: Sie müssen rechtzeitig Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einlegen – nämlich bevor dieser rechtskräftig wird. Es gilt eine Einspruchsfrist von 2 Wochen. Versäumen Sie den Einspruch, besteht keine Möglichkeit, das Fahrverbot zu umgehen.

Härtefall

Die besten Chancen zur Umgehung des Fahrverbots haben Sie im Härtefall – sofern Sie rechtzeitig Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid eingelegt haben. Ein Härtefall kann vorliegen, wenn Sie beruflich auf den Führerschein angewiesen sind und Ihnen infolge des Fahrverbots eine Job-Kündigung droht. Dies gilt beispielsweise für Berufskraftfahrer und unter Umständen auch für Selbstständige.

Ebenso könnten Sie persönliche Härte geltend machen, wenn Sie pflegebedürftige Angehörige versorgen müssen.

Dass Sie den PKW dafür nutzen, um zu Ihrer Arbeitsstelle zu gelangen, gilt in der Regel noch nicht als ausreichende Begründung für einen Härtefall. Denn: Sie könnten den Bus oder andere öffentliche Verkehrsmittel in Anspruch nehmen.

Kurz gesagt: Sie müssen glaubhaft darlegen, dass das Fahrverbot für Sie eine unzumutbare Härte darstellt. Dies verlangt eine detaillierte, nachvollziehbare Beschreibung. Unter Umständen sind Unterlagen und Dokumente vonnöten, die Ihre Sichtweise stützen.

 

RECHTSBERATUNG-TIPP:

Sie sind sich unsicher, ob es sich bei Ihrem individuellen Fall um einen Härtefall handelt? Nehmen Sie anwaltliche Hilfe in Anspruch, um Klarheit zu erlangen. Wenn Sie über advocado eine kostenfreie Ersteinschätzung anfordern, helfen unsere Anwälte Ihnen schnell weiter. Nach der Ersteinschätzung erhalten Sie ein unverbindliches Festpreis-Angebot. Bis dahin besteht somit für Sie kein Kostenrisiko. Lassen Sie das Fahrverbot jetzt unverbindlich prüfen.

 

3. Die Rolle des Augenblicksversagens

Klare Sache: Ein Fahrverbot zu umgehen, das wegen alkoholisierten Fahrens verhängt wurde, ist extrem schwierig. Sobald Autofahrer die gesetzliche Promillegrenze überschreiten, handeln sie nicht nur vorsätzlich, sondern begehen eine Straftat. Dem Fahrverbot zu entgehen, wird unwahrscheinlicher, wenn dem Verbot äußerst verantwortungsloses Verhalten zugrunde liegt.

Anders sieht es bei sogenanntem Augenblicksversagen aus, das als leichte Fahrlässigkeit gilt. Der Gedanke dahinter: Niemand ist perfekt! Wenn beispielsweise Schilder fehlerhaft platziert oder nicht einsehbar sind, könnte die Behörde Ihr Vergehen womöglich als Augenblicksversagen auslegen.

In einem konkreten Fall vermutete ein Autofahrer eine defekte Ampel. Als diese nach 3 Minuten immer noch “Rot” anzeigte, fuhr er los. Das Gericht wertete den Fall als Augenblicksversagen.

 

4. Fahrverbot in höhere Geldbuße umwandeln

Das Fahrverbot kann nur in Ausnahmefällen in eine höhere Geldbuße umgewandelt werden. Denn: Sinn und Zweck des Fahrverbotes ist es, betroffene PKW-Fahrer zu sanktionieren – und erzieherisch zu wirken.

Voraussetzungen für die Umwandlung in eine höhere Geldbuße:

  • Fristgerechter Widerspruch gegen den Bußgeldbescheid
  • Es liegt ein Härtefall vor

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass sich ein Fahrverbot in der Tat in eine Geldbuße umwandeln lässt. Voraussetzung dafür ist, dass Sie dem Bußgeldbescheid rechtzeitig widersprechen und nachvollziehbar darstellen können, dass ein Härtefall vorliegt.

Bußgeldbescheide sind in einigen Fällen fehlerhaft – und damit ungültig. Ein erfahrener Anwalt für Verkehrsrecht sagt Ihnen, ob Ihr Bußgeldbescheid Fehler enthält. Anschließend zeigt er Ihnen sinnvolle Möglichkeiten auf, wie Sie auf das Fahrverbot reagieren können.

 

5. Kann man ein Fahrverbot übertragen?

Es ist ausgeschlossen, ein Fahrverbot auf einen Dritten zu übertragen. Falls Sie mit dem Gedanken spielen, einen anderen Fahrer anzugeben – dies gilt als strafbarer Täuschungsversuch! Die Höchststrafe liegt bei 5 Jahren Haft.

 

6. Fahrverbot umgehen ohne Anwalt: Geht das?

Kurz gesagt: Es ist grundsätzlich äußerst schwierig, ein Fahrverbot zu umgehen. Noch schwieriger wird es ohne Anwalt. Sie müssen bei der Schilderung Ihres individuellen Falles gegenüber der Behörde sehr dezidiert vorgehen.

Engagieren Sie einen erfahrenen Anwalt, um Ihre Erfolgschancen signifikant zu steigern. Als rechtlicher Laie fallen Ihnen Fehler im Bußgeldbescheid schlichtweg nicht auf. Über advocado können Sie Ihren individuellen Fall in einem unverbindlichen Erstgespräch mit einem spezialisierten Anwalt besprechen. Lassen Sie sich zu Ihrem Fahrverbot beraten.

 

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