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Wann bekommt man einen Schufa-Eintrag?

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Zusammenfassung

Bei Kreditanfragen oder sobald Sie einen Vertrag mit z. B. Banken, Strom- oder Mobilfunkunternehmen abschließen, bekommen Sie einen Schufa-Eintrag. Bezahlen Sie die Rechnung nicht, bekommen Sie einen negativen Eintrag. Unberechtigte Einträge können Sie löschen lassen – das verbessert Ihre Bonität.

 

Auf einen Blick

  • Schließt man mit einem Schufa-Partner einen Vertrag, bekommt man einen positiven oder neutralen Schufa-Eintrag.
  • Begleicht man offene Rechnungen nicht, bekommt man in der Regel einen negativen Schufa-Eintrag.
  • Mit negativer Schufa erhalten Verbraucher nur schwer einen Kredit, Miet- oder Handyvertrag.
  • Aber: Nicht alle Negativeinträge sind gerechtfertigt.
  • Falsche und veraltete Einträge oder Einträge, bei denen die Eintragungsvoraussetzungen nicht vorlagen, können Sie entfernen lassen.

 

Infografik: Schufa-Eintrag löschen lassen – wann besteht Anspruch auf Löschung und wie wird vorgegangen?

 

1. Wann steht man in der Schufa?

Ein Schufa-Eintrag ist grundsätzlich erstmal nichts schlechtes: Nahezu jede volljährige Person ist in der Schufa vermerkt. Aber wie kommt das?

Die Schufa ist eine Wirtschaftsauskunftei und verfügt über wirtschaftlich relevante Daten zu rund 68 Mio. Verbrauchern. Diese Daten erhält sie von ihren circa 10.000 Kooperationspartnern, zu denen u. a. Banken, Versicherungen, Energieversorger sowie Leasing- und Mobilfunkunternehmen gehören.

Sobald man mit einem der Kooperationspartner einen Vertrag abgeschlossen hat – das heißt z. B. ein Girokonto eröffnet oder Strom von einem Vertragspartner der Schufa bezieht – steht man in der Schufa. Denn mit dem Vertragsabschluss erfolgt in der Regel die Zustimmung zur Datenübermittlung an die Schufa.

Man steht also nicht nur in der Schufa, wenn man Rechnungen nicht bezahlt hat, sondern auch, wenn man gewöhnlich am Wirtschaftsleben teilnimmt und Verträge abschließt.

2. Was steht im Schufa-Eintrag?

Im Schufa-Eintrag stehen nur Informationen, die die Auskunftei von ihren Vertragspartnern wie Banken oder Mobilfunkanbietern übermittelt bekommen hat. Die Schufa selbst erhebt keine Daten.

Neben persönlichen Informationen wie Name, Adresse, Geburtsort und Geburtsdatum sind folgende Informationen gespeichert:

  • Bank- und Girokonten
  • Kreditkarten
  • Kredit- & Leasingverträge
  • Handyverträge
  • Konten bei Versandhäusern
  • Bürgschaften
  • Bonitäts- und Identitätsanfragen
  • Vergangene Zahlungsausfälle & Insolvenzverfahren
  • Einträge aus dem öffentlichen Schuldnerverzeichnis

Die Schufa speichert gemäß DSGVO jedoch keine Daten zum Familienstand, Beruf, Einkommen und Vermögen, Kaufverhalten, der Nationalität sowie zu religiösen und politischen Ansichten.

3. Wer kann veranlassen, dass ich einen Schufa-Eintrag bekomme?

Nur wer Vertragspartner der Schufa ist, kann veranlassen, dass Sie einen Schufa-Eintrag bekommen. Privatpersonen gehören nicht dazu.

Vertragspartner sind u. a.:

  • Banken & Sparkassen
  • Versicherungen
  • Waren- und Versandhäuser
  • Leasing-Anbieter
  • Inkassounternehmen & Anwälte
  • Energieversorger
  • Mobilfunkanbieter
  • Gewerbliche Vermieter (z. B. Wohnungsgesellschaften)

Wie erfahre ich, woher mein Schufa-Eintrag kommt?

Sie haben gemäß Art. 15 DSGVO das Recht zu erfahren, welche persönlichen Daten Unternehmen über Sie speichern. Deshalb können Sie einmal im Jahr eine kostenlose Selbstauskunft bei der Schufa anfordern. So erhalten Sie eine Kopie Ihrer Schufa-Daten. Die Datenkopie listet Ihre Schufa-Einträge auf und zeigt, wer diese veranlasst hat.

 

Sie können Ihre Datenkopie unkompliziert und kostenlos über advocado erhalten: Einfach per Klick Ihre Schufa-Auskunft beantragen.

 

4. Wie erhält man einen positiven oder neutralen Schufa-Eintrag?

Einen positiven oder neutralen Eintrag erhalten Sie, wenn Sie aktiv am Wirtschaftsleben teilnehmen und Ihre abgeschlossenen Verträge erfüllen.

Folgende Schritte führen zu einem positiven Schufa-Eintrag:

  • Abschluss eines Mobilfunkvertrags
  • Ratenkauf bei einem Versandhändler
  • Abschluss eines Leasingvertrags
  • Aufnahme eines Kredits
  • Eröffnung eines Girokontos
  • Pünktliche Zahlung der Rechnungen & Kreditraten

5. Wann bekommt man einen negativen Schufa-Eintrag?

Einen negativen Schufa-Eintrag bekommen Sie, wenn Sie gegen Verträge oder getroffene Vereinbarungen verstoßen und z. B. Rechnungen nicht bezahlen.

Aber: Nicht jede verspätet bezahlte Rechnung führt zu einem negativen Eintrag. Ab wann ein negativer Schufa-Eintrag gerechtfertigt ist, ist in § 31 (2) des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) geregelt.

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:

  • Einmalige Verträge (1 Leistung gegen 1 Zahlung): Wird nach 2 Mahnungen und dem Hinweis auf einen Schufa-Eintrag nicht gezahlt, erhalten Sie in der Regel einen Schufa-Eintrag. Widersprechen Sie der Forderung, darf ein Schufa-Eintrag ohne gerichtlichen Titel nicht erfolgen.
  • Dauerschuldverhältnisse (z. B. Strom, Telefon, Internet oder Kredit): Zu einem Schufa-Eintrag kommt es, wenn der Vertragspartner zur Kündigung berechtigt ist und darauf hinweist, dass ein Schufa-Eintrag erfolgen kann, wenn nicht gezahlt wird.
  • Gerichtliche Titel (Vollstreckungsbescheid oder Urteil): Bei diesen kann stets ein Schufa-Eintrag erfolgen, auch wenn der Forderung vorher widersprochen wurde. In dem Schufa-Eintrag steht dann „Forderung tituliert“.

 

Wenn Sie von einem Unternehmen eine Rechnung ohne entsprechende Leistung erhalten oder grundlos eine Mahnung bekommen, können Sie dagegen Widerspruch einlegen.

Ohne Widerspruch bekommen Sie einen negativen Schufa-Eintrag – und die Firma darf ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten oder ein Inkassobüro einschalten, um ihr Geld zu erhalten.

 

Wenn Sie Ihre Rechnungen langfristig nicht bezahlen können, wirkt sich das auch negativ auf die Schufa aus. Folgende Schritte führen zu einem negativen Schufa-Eintrag:

  • Eine Bank kündigt Ihnen wegen nicht bezahlter Raten den Kredit
  • Ein Inkasso-Verfahren wird gegen Sie eingeleitet
  • Sie werden per Gerichtsbeschluss in ein öffentliches Schuldnerregister eingetragen
  • Sie müssen Privatinsolvenz anmelden

6. Was passiert, wenn man einen Schufa-Eintrag bekommt?

Die Schufa zieht alle Einträge heran, um den sogenannten Bonitätsscore zu ermitteln. Dieser zeigt auf Basis des Zahlungsverhaltens in der Vergangenheit, wie zuverlässig ein Verbraucher zukünftig seine Rechnungen begleichen wird.

Unternehmen fragen diesen Score bei der Schufa an, um zu entscheiden, ob sie mit einem potenziellen Kunden einen Vertrag abschließen. Positive Einträge steigern den Score und erleichtern Vertragsabschlüsse. Negative Schufa-Einträge verschlechtern den Score und können Vertragsabschlüsse erschweren.

Denn ein negativer Schufa-Eintrag bedeutet, dass Sie

  • eventuell keinen Miet- oder Handyvertrag bekommen.
  • eventuell kein oder kein kostenloses Bankkonto eröffnen können.
  • evtentuell keinen oder nur einen ungünstigen Kredit- oder Leasingvertrag bekommen.

Negativeinträge verschlechtern den Bonitätsscore. Damit sind Sie ggf. nicht zahlungsfähig für Unternehmen. Wenn Sie zuverlässig Ihre Verträge erfüllen und offene Forderungen begleichen, können Sie den Schufa-Score und Ihre Bonität wieder verbessern.

7. Wie lange wird der Eintrag bei der Schufa gespeichert?

Die gute Nachricht: Schufa-Einträge sind nicht für immer gespeichert.

Nachweislich falsche oder veraltete Einträge darf die Schufa nicht speichern. Sie müssen sofort gelöscht werden. Das gilt z. B. für alte Adressdaten, gelöschte Konten sowie falsche oder bereits bezahlte Forderungen nach Ablauf der Löschfrist.

Andere Einträge werden bis zum Ablauf bestimmter Fristen gespeichert und dann gelöscht.

So lange sind Schufa-Einträge gespeichert:

  • 12 Monate ab dem Tag des Eintrags: Kredit- oder Konditionsanfragen, die Sie bei Banken gestellt haben, und Anfragen von Unternehmen über Ihre Schufa-Daten.
  • 3 Jahre: beglichene Forderungen, ein abgeschlossenes Insolvenzverfahren, die Restschuldbefreiung & Schufa-Informationen zur Privatinsolvenz.

 

Seit 2012 ließen sich Schufa-Einträge aufgrund geringfügiger Forderungen unter 2.000 Euro sofort löschen, wenn die Forderung innerhalb von 6 Wochen beglichen wurde, es sich nicht um eine titulierte Forderung handelte und eine Bestätigung des Gläubigers vorlag. Diese Geringfügigkeitsgrenze akzeptiert die Schufa nun nicht mehr.

 

8. Wie werde ich den Eintrag wieder los?

Um einen negativen Schufa-Eintrag entfernen zu lassen, können Sie Folgendes tun:

Selbstauskunft überprüfen

Überprüfen Sie, ob Ihre Schufa-Selbstauskunft korrekt ist. Fallen Ihnen Fehler auf, können Sie die Schufa zur Löschung falscher Einträge auffordern.

Folgende Schufa-Daten können Sie löschen lassen:

  • Falsche Adressdaten: Wurden Sie wegen falscher Adressdaten mit einer anderen Person verwechselt, muss die Schufa die Daten korrigieren.
  • Unbegründete Forderungen: Haben Unternehmen an die Schufa falsche Informationen geschickt – z. B. über zu hohe Forderungen – können Sie diese korrigieren oder entfernen lassen.
  • Veraltete Einträge: Hat ein Eintrag die oben genannten Löschfristen überschritten, muss die Schufa ihn entfernen.
  • Restschuldbefreiung: Haben Sie am Ende der Privatinsolvenz die Schuldenfreiheit erreicht, können Sie Einträge über alte offene Forderungen nach 3 Jahren löschen lassen. Seit einem Urteil des LG Frankfurt a. M. besteht die Chance, auch den Eintrag zur Restschuldbefreiung vorzeitig entfernen zu lassen – das allerdings nur unter besonderen Bedingungen.

Haben Sie in Ihrer Selbstauskunft Fehler oder unberechtigte negative Einträge entdeckt, können Sie diese Schufa-Einträge löschen lassen.

Forderungen bezahlen

Haben Sie noch offene Rechnungen, müssen Sie diese bezahlen, bevor die Einträge löschbar sind. Sollte die Forderung bereits verjährt sein, müssen Sie anstatt zu zahlen die Verjährung gegenüber dem Gläubiger erklären. Denn die Schufa entfernt nur beglichene oder unbegründete Forderungen.

Dafür können Sie Quittungen und Belege aufbewahren, die der Schufa beweisen, dass die Einträge unbegründet sind.

Löschung bei der Schufa oder dem Unternehmen einfordern

Bei einem falschen Negativeintrag ist das Unternehmen Ihr Ansprechpartner, das die fehlerhaften Daten an die Schufa übermittelt hat. Das für den Eintrag verantwortliche Unternehmen können Sie der Selbstauskunft entnehmen.

Sind personenbezogene Daten wie Ihre Adresse oder Ihr Name falsch, ist die Schufa selbst Ihr Ansprechpartner.

Sie können die Schufa oder das Unternehmen schriftlich zur Korrektur oder Löschung der Daten auffordern. Wichtig ist, dass Sie Beweise vorlegen, weshalb der negative Eintrag unbegründet ist. Eine Orientierung für das Schreiben bietet unser Musterbrief „Schufa-Eintrag löschen lassen".

Löschung verweigert? Das können Sie tun

Lehnt das Unternehmen oder die Schufa die Löschung eines unberechtigten Eintrags ab, kann ein Anwalt weiterhelfen. Ein Anwalt mit Schwerpunkt Schufa kennt die Rechtslage, kann Fehler nachweisen und Ihren Anspruch auf Löschung durchsetzen.

So kann der Anwalt helfen:

  • Prüfung Ihrer Schufa-Daten & Beweissicherung bei Fehlern
  • Erstellung eines anwaltlichen Schreibens an die Gegenseite zur Löschung
  • Verhandlung mit der Gegenseite für eine schnelle Einigung
  • Vertretung im Klageverfahren zur Durchsetzung der Löschung Ihres Eintrags

Sie möchten einen Schufa-Eintrag entfernen lassen?

Ein advocado Partner-Anwalt erläutert Ihnen in einer kostenlosen Ersteinschätzung das mögliche Vorgehen.

Ratgeber Mockup
9. FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Schufa-Eintrag

Die Schufa führt Daten über rund 68 Mio. Verbraucher – d. h. so gut wie jede volljährige Person in Deutschland hat einen Schufa-Eintrag. Der überwiegende Teil dieser Einträge ist positiv.

Laut § 31 (2) des Bundesdatenschutzgesetzes erhält ein Verbraucher in den folgenden Fällen einen negativen Schufa-Eintrag:

  • Für einmalige Verträge (1 Leistung gegen 1 Zahlung) gilt: Wird nach 2 Mahnungen und dem Hinweis auf einen Schufa-Eintrag nicht gezahlt, ist in der Regel ein Schufa-Eintrag die Folge. Bei einem Widerspruch gegen die Forderung darf ein Schufa-Eintrag ohne gerichtlichen Titel nicht erfolgen.
  • Für Dauerschuldverhältnisse (z. B. Strom, Telefon, Internet oder Kredit) gilt: Ein Schufa-Eintrag entsteht, wenn der Vertragspartner zur Kündigung berechtigt ist und darauf hinweist, dass ein Schufa-Eintrag erfolgen kann, wenn nicht gezahlt wird.
  • Für gerichtliche Titel (Vollstreckungsbescheid oder Urteil) gilt: Ein Schufa-Eintrag ist möglich, auch wenn der Forderung vorher widersprochen wurde. In dem Schufa-Eintrag steht dann “Forderung tituliert”.

Laut Art. 15 der DSGVO können Sie mindestens einmal jährlich eine kostenlose Selbstauskunft anfordern. Diese enthält alle über Sie bei der Schufa gespeicherten Daten.

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Fiona Schmidt
Fiona Schmidt
Beitrag von
Fiona Schmidt

Damit Ratsuchende nachhaltige Lösungen für ihr Anliegen finden, legt Fiona Schmidt als Teil der juristischen Redaktion von advocado größten Wert auf die Verständlichkeit komplexer Sachverhalte. In ihren Beiträgen informiert sie u. a. zu passenden Handlungsoptionen im Marken- oder Internetrecht.

Martin Jedwillat
Rechtsanwalt Martin Jedwillat
Anwalt mit speziellen Kenntnissen im Bank- und Kapitalmarktrecht.
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