Anwaltskosten Erstberatung

 

 

Im Zuge rechtlicher Schwierigkeiten ist die Konsultation eines Anwalts Gang und Gäbe. Hoffen Sie im Zuge einer Erstberatung auf einen kostenlosen juristischen Rat, so hoffen Sie zumeist vergeblich. Nicht selten wird Ihnen ein Rechtsanwalt auch dieses Beratungsgespräch in Rechnung stellen. Erstberatungsgespräche gehören ebenfalls zum Leistungsportfolio eines Juristen und dieses wollen Anwälte vergütet wissen. Daher sollten Sie stets mit Kosten bei einer juritischen Erstberatung rechnen.

Anwaltskosten Erstberatung
Wie hoch fällt das Anwaltshonorar bei einer Erstberatung aus?

Lesezeit: ca. 2 Min.

 

In diesem Artikel erfahren Sie unter anderem, was unter einer anwaltlichen Erstberatung zu verstehen ist, mit was für Kosten Sie zu rechnen haben und auf welche Finanzierungshilfen Sie gegebenenfalls zurückgreifen können. Am Ende haben Sie die Möglichkeit, Ihren Fall ohne Gebühr einem Rechtsanwalt zu schildern. Dieser kann Ihnen in einer individuellen Beratung mitteilen, wie Sie jetzt am besten vorgehen und welche Möglichkeiten Sie in Ihrem persönlichen Fall haben.

 

 

Was ist unter einer Erstberatung zu verstehen?

Die Erstberatung umfasst im Allgemeinen ein allererstes Beratungsgespräch eines Anwalts mit seinem Mandanten. Der Bundesgerichtshof hat in seinem Beschluss (Urteil vom 03.05.2007 - I ZR 137/05) festgelegt, dass es sich hierbei um eine pauschale, überschlägige mündliche Einstiegsberatung handelt. Dabei erhalten Mandanten eine rechtliche und taktische Einschätzung ihrer Rechtssituation mit entsprechender Handlungsempfehlung. Im Unterschied zu einem „normalen“ Beratungsgespräch lassen sich nicht alle Fragestellungen und Sachverhalte juristisch beleuchten. Sollte eine Erstberatung telefonisch erfolgen, so ist auch diese kostenpflichtig und muss vergütet werden.

 

Anwaltskosten Erstberatung – ein Richtwert

Juristen bestreiten mit ihrem Beruf den eigenen Lebensunterhalt. Gemäß dem Berufsrecht für Rechtsanwälte dürfen sie daher ihre Tätigkeiten nicht honorarfrei anbieten. Lassen Sie sich also von einem Anwalt beraten – selbst wenn es sich nur um eine Erstberatung handelt –, müssen Sie den juristischen Beistand entgeltlich entlohnen. Einen Blick in die öffentlich einsehbare Gebührenordnung für Anwälte (§ 34 RVG) bietet einen ersten Hinweis auf die Höhe der Kosten, die unter Umständen auf Sie zukommen können. Nach dieser ist festgelegt, dass sich das Anwaltshonorar für eine Erstberatung zwischen 10,00 und 190,00 Euro netto bewegt, zzgl. MwSt. Dabei sind die 190,00 Euro als Deckelung für die Beratung von Verbrauchern vorgesehen. Darüber hinaus können Kosten für Kopien, Porto oder andere Auslagen auf die Mandanten umgelegt werden. Häufig werden diese mit einem Pauschalwert von 20,00 Euro veranschlagt. Demzufolge liegt der Maximalwert für die Kosten einer Erstberatung bei 249,90 Euro brutto.

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Die Anwaltskosten für Erstberatung können variieren

Da die Anwälte einen relativ großzügigen Spielraum bei der Veranschlagung der Honorare haben, kann selbst die Beantwortung einer E-Mail nach aktueller Rechtslage bereits eine Rechnung in Höhe von 200,00 Euro nach sich ziehen.

Darüber hinaus variiert die Erstberatungsgebühr je nach Region und der dort vertretenen Anwaltsdichte. Beachten Sie, dass große Kanzleien unabhängig der Anwaltsdichte und Region fast immer ein höheres Honorar veranschlagen als mittelständische Kanzleien oder Einzelanwälte.

Sofern Anwälte für ihre Mandanten Leistungen erbringen, die über die Erstberatung hinausgehen, müssen die Anwaltskosten der Erstberatung von den Gesamtkosten abgezogen werden. Zu sogenannten Folgeleistungen gehören beispielsweise Telefonate oder der Schriftverkehr des Anwalts mit der Gegenseite.

 

Anwaltskosten Erstberatung – Ausnahmeregelungen

Holen Sie erstmalig Rat aufgrund von Rechtsstreitigkeiten gewerblicher oder selbstständiger Natur ein, so darf das Anwaltshonorar höher ausfallen. Wenden Sie sich als Unternehmer an einen Juristen, so ist die in der Gebührenordnung für Anwälte befindliche Tabelle als Richtwert der Kostenhöhe hinfällig. Nach herrschender Meinung sollten die Anwaltskosten der Erstberatung mit dem sogenannten Haftungsrisiko übereinstimmen. Je größer der potentielle Schaden, den ein Jurist mit einer rechtlichen Falscheinschätzung anrichten kann, desto höher muss auch die vom Unternehmer zu begleichende Rechnung ausfallen.

Im besten Falle erfragen Sie die Höhe der Anwaltskosten für die Erstberatung bereits bei der Kontaktaufnahme mit Ihrem Rechtsbeistand.

 

Anwaltskosten Erstberatung über die Rechtsschutzversicherung begleichen

Verfügen Sie über eine Rechtsschutzversicherung, sollten Sie sich erkundigen, ob diese nicht die anfallenden Kosten für eine Erstberatung übernimmt. Mittlerweile erstatten die meisten Rechtschutzversicherer angefallene Kosten oder verzichten zumindest auf die Anrechnung einer Selbstbeteiligung, sofern die Erstberatung bereits zur Erledigung des Rechtsschutzfalles führt. Andere Rechtschutzversicherer behalten sich vor, die Gebühr der Erstberatung lediglich für bestimmte Rechtsgebiete zu übernehmen.

 

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Anwaltskosten Erstberatung – der Beratungsschein

Sind Sie wirtschaftlich nicht dazu in der Lage, die Kosten für eine juristische Erstberatung zu begleichen, so haben Sie die Option, staatliche Hilfe in Form eines Beratungsscheins zu beantragen. Einen Beratungsschein, der eine kostenlose Erstberatung beim Anwalt ermöglicht, erhalten Sie beim zuständigen Amtsgericht. Rechtsanwälte können sich zwar vorbehalten, pauschal bis zu 10,00 Euro zu verlangen, dürfen jedoch bei Vorlage des Beratungsscheins das erste Beratungsgespräch und einige weitere Leistungen kostenfrei erbringen.

 

Anwaltskosten Erstberatung - Zweifel an der Rechnung

Zweifeln Sie an der Richtigkeit der Rechnung oder an der Höhe der Anwaltskosten für die Erstberatung, so können Sie sich getrost an die Kammer Ihres juristischen Beistands wenden. Dort beleuchten speziell dafür vorgesehene Schlichtungsorgane die Rechnung in Hinblick auf die monierten Aspekte noch einmal genauer. Sollten begründete Zweifel vorhanden sein, werden die Kammern beiden Parteien den Vorschlag unterbreiten, die Rechnung zu reduzieren. Doch grundsätzlich ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um einen Einzelfall handeln wird, denn der § 34 RVG und das Haftungsrisiko des Anwalts reduzieren die fehlerhafte Ausstellung von Rechnungen bezüglich der Anwaltskosten für die Erstberatung in erheblichem Maße.

Um vorab alle Unklarheiten aus dem Wege zu räumen, sollten Sie bereits bei der ersten Konsultation Ihres Rechtsbeistandes die Höhe der Anwaltskosten für die Erstberatung erfragen.

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