Alles zum Erbauseinandersetzungsvertrag

 

 

Ein Erbauseinandersetzungsvertrag wird nötig, wenn es eine Erbengemeinschaft gibt, die sich im Guten auflösen möchte. Sie befinden sich automatisch in einer Erbengemeinschaft, wenn der Erblasser mehrere Erben im Testament ernannt hat oder die gesetzliche Erbfolge (bei einem fehlenden letzten Willen) mehrere Erben vorsieht. Ist bei Ihnen ein Erbfall eingetreten? Was Sie über den Erbauseinandersetzungsvertrag wissen müssen, wie er aufgebaut werden sollte und welche Kosten er verursacht, erfahren Sie hier.

Alles zum Erbauseinandersetzungsvertrag

 

 

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In diesem Artikel erfahren Sie unter anderem, wie ein Erbauseinandersetzungsvertrag aufgebaut werden sollte, welche Kosten er verursacht, aber auch wie Kosten eingespart werden können. 

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Inhaltsverzeichnis

1. Was ist ein Erbauseinandersetzungsvertrag?
2. Wie muss ein Erbauseinandersetzungsvertrag aufgebaut sein?
3. Welche Notarkosten verursacht ein Erbauseinandersetzungsvertrag?
4. Welche Anwaltskosten verursacht ein Erbauseinandersetzungsvertrag?
5. PRAXISTIPP: Kosten einsparen

 

1. Was ist ein Erbauseinandersetzungsvertrag?

Im Erbfall muss die Erbengemeinschaft, bestehend aus sämtlichen benannten oder gesetzlichen Erben, den Nachlass zunächst gemeinsam verwalten und eventuelle Nachlassverbindlichkeiten regeln. In diesem Schritt zeichnet sich meist schon ab, welche Form der Auseinandersetzung mit dem Erbe in diesem Fall nötig ist. Beispielsweise gibt es die Möglichkeit, dass ein Miterbe alle anderen auszahlt und so zum Alleineigentümer wird – das setzt allerdings das Einverständnis der Miterben voraus und ist mit hohen Kosten verbunden. Bei einer Teilungsversteigerung müssen sich die Erben untereinander nicht einig sein. An der Versteigerung kann jeder teilnehmen, es besteht allerdings die Gefahr, dass der Nachlass weit unter Wert verkauft werden muss. Daher ist ein Erbauseinandersetzungsvertrag, auch Auseinandersetzungsvereinbarung genannt, oft die schnellste, angenehmste und sicherste Variante, ein Erbe aufzuteilen.

Auch wenn es das Ziel jeder Erbengemeinschaft ist, schließlich die Aufteilung des Erbes durchzuführen, muss diese Auseinandersetzung verlangt werden. Dies kann gemäß § 2042 BGB jeder Miterbe tun. Selbstredend erhält daraufhin jeder Erbe das, was ihm laut Testament oder der gesetzlichen Erbfolge zusteht. Die Hilfe von einem Anwalt ist dann notwendig, wenn zum Beispiel Ausgleichsansprüche nach §§ 2050 ff. BGB im Raum stehen.

Die einvernehmliche Einigung zwischen Miterben in Form eines Erbauseinandersetzungsvertrages schafft eindeutige Fakten und beschleunigt das Verfahren der Auflösung der Erbengemeinschaft.

 

2. Wie muss ein Erbauseinandersetzungsvertrag aufgebaut sein?

Ein Erbauseinandersetzungsvertrag darf im Grunde völlig formfrei sein. Somit ist er auch mündlich wirksam. Allerdings ist aus Dokumentations- und Beweisgründen eine schriftliche Vereinbarung sinnvoll. Außerdem gibt es besondere Formvorschriften, wenn zum Beispiel Grundstücke oder Anteile einer GmbH oder AG übertragen werden.

Inhaltlich wird ein Erbauseinandersetzungsvertrag so aufgebaut, dass er im Streitfall wasserdicht ist. Zunächst sollte der Bestand des Nachlasses in einem Nachlassverzeichnis aufgelistet und anschließend seine Verteilung unter den Erben bekanntgegeben werden. Der Festhaltung des Bestandes kommt eine große Bedeutung zu, da bereits geklärt ist, wie mit nach der Erbaufteilung auftauchender Vermögensteile umzugehen ist.

Weiterhin beschreibt der Erbauseinandersetzungsvertrag, welcher Erbe welche Gegenstände des Nachlasses erhalten soll, also Eigentümer wird. Dabei kann es auch um Zahlungen, Verpflichtungen oder Verträge gehen. Fehlen sollte zudem nicht, ab wann der Erbauseinandersetzungsvertrag gültig ist, also wann die Rechte und Pflichten aus dem Vertrag an den jeweiligen Erben übergehen. Sind diese Posten geklärt, wird der Vertrag mit der Phrase, dass mit dem Vollzug des Vertrages sämtliche wechselseitigen Ansprüche ausgeglichen und erledigt sind, geschlossen. Schlussendlich wird der Erbauseinandersetzungsvertrag mit Ort, Datum und den Unterschriften sämtlicher Miterben besiegelt.


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3. Welche Notarkosten verursacht ein Erbauseinandersetzungsvertrag?

Da der Erbauseinandersetzungsvertrag in der Regel formfrei gültig ist, muss auch kein Notar ihn offiziell beglaubigen. Das sieht aber ganz anders aus, wenn es in dem Vertrag um Grundstücke, Eigentumswohnungen oder GmbH- bzw. AG-Anteile geht. Das hat den Grund, dass Immobilien und Geschäftsanteile nur mit einer notariellen Beurkundung wirksam übertragen werden können.

Im Gerichts- und Notarkostengesetz, kurz GNotKG, ist gesetzlich festgeschrieben, wie viel Geld ein Notar für seine Arbeit nehmen darf. Für eine Beurkundung wird für gewöhnlich die doppelte Gebühr fällig, die sich wiederum am Gesamtwert orientiert. Für dieses Geld bekommen Sie nicht nur die Beurkundung, sondern auch eine kurze Beratung und einen ersten Entwurf des Vertrages.

 

4. Welche Anwaltskosten verursacht ein Erbauseinandersetzungsvertrag?

Für eine weitergehende Beratung und die Aufsetzung des endgültigen Schriftsatzes sollten Sie aber einen Anwalt hinzuziehen. Dieser weiß auch um die Wichtigkeit der aktuellen Rechtsprechung und kann Ihren Erbauseinandersetzungsvertrag dementsprechend anpassen. Beispielsweise hat das Oberlandesgericht Hamm 2014 entschieden, dass nicht die Wortwahl in der notariellen Vereinbarung entscheidend ist, sondern stets der Wille der Vertragsschließenden aus dem Inhalt des Vertrags ermittelt werden muss. Im speziellen Fall in Hamm bedeutete das für die Klägerin, dass sie wegen laienhafter Formulierungsweisen neben dem Nachlass des Vaters auch auf den der Mutter verzichtet (OLG Hamm, 22.7.2014, Az.: I–15 W 92/14).

Daher gilt äußerste Vorsicht beim Abschluss eines Erbauseinandersetzungsvertrages, denn durch unüberlegte Formulierungen können leicht Nebenabreden getroffen werden, die ganz und gar nicht in Ihrem Sinne sind. Mit einem Rechtsanwalt an Ihrer Seite sind Sie diesbezüglich geschützt.

Gern unterstützen wir Sie bei der Auflösung Ihrer Erbengemeinschaft. Vereinbaren Sie ein kostenfreies Erstgespräch mit unseren erfahrenen Anwälten. Einfach den Sachverhalt kurz beschreiben, absenden und noch am selben Tag eine kostenlose telefonische Ersteinschätzung von unserem Rechtsanwalt erhalten.

 

5. PRAXISTIPP: Kosten einsparen

Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, bekommen Sie zumindest einen Teil der Kosten einer Rechtsberatung erstattet. Wenn Sie nicht versichert sind, haben Sie aber dennoch die Möglichkeit einer Kostenerstattung. Das Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz besagt nämlich, dass die Kosten einer Erbauseinandersetzung gemäß § 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG ebenso abzugsfähig sind wie die Bestattung des Erblassers. Mit inbegriffen sind alle Kosten, die unmittelbar im Zusammenhang mit der Abwicklung, Regelung oder Verteilung des Nachlasses stehen. Die Kosten für die Verwaltung des Nachlasses sind allerdings nicht abzugsfähig. Darüber hinaus können wir Ihnen durch unsere Kooperation mit einem Spezialisten im Erbrecht eine kostenlose Ersteinschätzung zu Ihren Fall anbieten. 

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