Anzeige wegen Betrugs – was kann passieren?

Anzeige wegen Betrugs – was kann passieren?

Sophie Suske

Juristische Redaktion

Stand:

2723 Leser finden diesen
Beitrag hilfreich

9 Minuten Lesezeit

Sophie Suske (jur. Redaktion)   |   Stand:

Anzeige wegen Betrugs – was kann passieren?

Inhaltsverzeichnis [ausblenden]

  1. Was ist Betrug?
  2. Wann liegt kein Betrug vor?
  3. Anzeige wegen Betrugs – was kann passieren?
  4. So wehren Sie sich gegen eine Betrugsanzeige
  5. Anzeige wegen Betrugs erstatten
  6. Wann sollte ich einen Anwalt hinzuziehen?

Zusammenfassung

2018 gab es in Deutschland über 840.000 Betrugsfälle. Die Rechtsverstöße reichen vom einfachen Warenbetrug, Sozialbetrug bis hin zu schwerem gewerbsmäßigen Betrug. Laut § 263 StGB macht sich derjenige strafbar, der einen anderen in der Absicht, sich selbst zu bereichern, täuscht. Den Tätern droht eine Anzeige wegen Betrugs sowie eine Geld- oder Haftstrafe von bis zu fünf Jahren.

 

Auf einen Blick

  • Betrug ist eine Straftat gegen das Vermögen.
  • Wer einen anderen in der Absicht täuscht, sich selbst einen Vermögensvorteil zu verschaffen, begeht Betrug.
  • Bei Offizialdelikten wie Betrug leitet die Staatsanwaltschaft auch ohne Strafanzeige der Geschädigten Ermittlungen ein.
  • Besteht kein hinreichender Tatverdacht oder ist der entstandene Schaden gering, stellt die Staatsanwaltschaft das Strafverfahren häufig ein.
  • Geschädigte müssen ihre Ansprüche dann über eine Privatklage geltend machen – sie haben Anspruch auf Schadensersatz.
  • Kommt es zu einer Verurteilung, entscheidet das Gericht anhand der Schadenshöhe, eventueller Vorstrafen des Täters und seiner Reue über das Strafmaß.
  • Bei einer Anzeige wegen Betrugs empfiehlt sich für Beschuldigte die Konsultation eines Anwalts für Strafrecht.

 

1. Was ist Betrug?

Wer einen anderen in der Absicht täuscht, sich selbst einen Vermögensvorteil zu verschaffen, begeht Betrug. Der Betrüger täuscht über Tatsachen hinweg (Täuschungsabsicht) oder erhält einen Irrtum aufrecht, weil er die falschen Tatsachen nicht aufklärt.

Der Geschädigte wird in dem Glauben gelassen, dass die gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen. Durch sein Handeln beabsichtigt der Betrüger, dem Geschädigten einen finanziellen Schaden zuzufügen und sich selbst zu bereichern.

 

Betrug ist ein Vorsatzdelikt – d. h. bestraft werden kann nur der, der vorsätzlich betrügt, um sich an fremdem Vermögen zu bereichern. Einen fahrlässigen Betrug gibt es nicht. Ob jemand bewusst durch Lügen täuscht oder Tatsachen verschweigt bzw. diese nicht richtigstellt, spielt jedoch keine Rolle.

 

Der Tatbestand des Betrugs ist im Strafgesetzbuch (StGB) unter § 263 StGB geregelt. Ein Betrug ist daher keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat und wird dementsprechend geahndet.

 

Welche Arten von Betrug gibt es?

Je nachdem, in welchem Zusammenhang der Betrug geschieht, gibt es verschiedene Arten von Betrug, die eine Betrugsanzeige nach sich ziehen können.

Die häufigsten Betrugsarten im Überblick:

  • Warenbetrug & Warenkreditbetrug: Erklärt ein Verkäufer z. B. auf einer Online-Verkaufsplattform wie eBay, die verkaufte Ware nach Erhalt des Kaufpreises zu versenden, kommt dem aber absichtlich nicht nach, begeht er Warenbetrug. Erhält hingegen der Verkäufer nie den versprochenen Kaufpreis, begeht der Käufer Warenkreditbetrug.
  • Erschleichen von Leistungen: Wer z. B. Falschgeld für einen Fahrkartenautomaten verwendet oder sich durch den Sprung über einen Zaun ohne Eintrittskarte Zutritt zu einer Veranstaltung verschafft, betrügt durch das Erschleichen von Leistungen. Ob eine Strafbarkeit beim Schwarzfahren in öffentlichen Verkehrsmitteln gegeben ist, ist umstritten.
  • Sozialbetrug: Wer bei der Antragstellung für Sozialleistungen wie BAföG oder Arbeitslosengeld absichtlich falsche Angaben zum Verdienst oder Vermögen macht oder eine Erbschaft verschweigt, betrügt das Amt über seine wirtschaftlichen Verhältnisse – der Tatbestand des Sozialbetrugs ist erfüllt.

Bemerkt der Sachbearbeiter vor Bewilligung der Leistungen die falschen Angaben, ist eine Anzeige wegen versuchten Betrugs möglich.

  • Versicherungsbetrug: Versicherungsbetrug kommt insbesondere bei geringen Schadenssummen häufig vor. Schnell ist das teure Smartphone aus der Hand gerutscht und zu Bruch gegangen. Wer den Schaden seiner Haftpflichtversicherung meldet, obwohl er ihn nicht selbst begangen hat, täuscht über Tatsachen hinweg.
  • Betrug beim Autokauf: Wer bei einem Autokauf dem Käufer mitteilt, der Wagen wäre unfallfrei, obwohl er weiß, dass dies nicht der Wahrheit entspricht, täuscht über Tatsachen hinweg und begeht einen Betrug beim Autokauf.
  • Einmietbetrug: Wer einen Mietvertrag in dem Wissen unterschreibt, dass er die Miete nicht bezahlen wird, begeht mit Vertragsabschluss einen Einmietbetrug.
  • Gewerbsmäßiger Betrug: Betrügt jemand wiederholt und kommt es dadurch zu einer fortlaufenden Vermögensschädigung des Opfers, liegt ein gewerbsmäßiger Betrug vor. Dies ist z. B. der Fall, wenn sich jemand durch falsche Angaben Sozialleistungen erschleicht, um sich eine dauerhafte Einnahmequelle zu verschaffen.

 

2. Wann liegt kein Betrug vor?

Wer eine bezahlte Ware nicht erhält oder vergeblich als Verkäufer auf seine Entlohnung wartet, ist zu Recht verärgert. Nicht immer liegt jedoch bei Nichtzahlung ein Betrug im strafrechtlichen Sinn vor.

Hat der Verkäufer nur vergessen, die Ware zu versenden oder der Käufer, den Preis zu überweisen, ist der Straftatbestand des Betrugs nicht erfüllt, denn dieser bedingt ein vorsätzliches Unterlassen.

In diesen Fällen verneinen die Gerichte einen Betrug:

  • Überhöhte Preise: Wer eine minderwertige Ware zu einem überhöhten Preis verkauft, den Käufer jedoch nicht über wesentliche Eigenschaften der Ware wie Material oder Herkunft täuscht, begeht keinen Betrug (BGH, Az. 1 StR 458/10).
  • Tacho-Manipulation: Wer den Kilometerstand eines Fahrzeugs beim Autoverkauf herunterdreht, begeht keinen Betrug, sofern der Kaufpreis dem tatsächlichen Wert des Wagens entspricht (OLG Düsseldorf, Az. 5 Ss 443/94 - 145/94 I).
  • Ausnutzen eines Irrtums: Wer einen bestehenden Irrtum lediglich ausnutzt, indem er sich etwa beim Umtausch von ausländischer Währung einen zu hohen Gegenwert auszahlen lässt, betrügt nicht (OLG Köln Ss 754/86).

 

Häufig versuchen enttäuschte Käufer, sich mit einer Betrugsanzeige gegen einen unvorteilhaften Kauf zu wehren. In vielen Fällen nimmt die Polizei zu Unrecht den Tatbestand des Betrugs an und eröffnet ein Ermittlungsverfahren.

Handelte der Beschuldigte nicht in der Absicht, den Geschädigten zu betrügen, lässt sich die Betrugsanzeige mithilfe eines Anwalts erfolgreich abwehren.

 

3. Anzeige wegen Betrugs – was kann passieren?

Betrug ist ein Offizialdelikt, d. h. auch wenn die Geschädigten keine Strafanzeige stellen, leitet die Staatsanwaltschaft Ermittlungen ein und verfolgt den Vorwurf von Amts wegen.

An die Anzeige wegen Betrugs schließen sich die folgenden Schritte im Strafverfahren an:

 

Einleitung des Ermittlungsverfahrens

Erfährt die Strafverfolgungsbehörde vom Tatverdacht, eröffnet sie ein Ermittlungsverfahren und fordert den Beschuldigten auf, sich schriftlich zum Vorwurf zu äußern oder zur polizeilichen Beschuldigtenvernehmung zu erscheinen.

Nach Abschluss der Ermittlungen legt die Polizei der Staatsanwaltschaft die Ermittlungsakte vor. Anhand dieser entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob sie

  • das Verfahren einstellt,
  • Auflagen gegen den Beschuldigten erlässt oder
  • bei Gericht Klage einreicht.

 

Möglichkeit a) Einstellung des Verfahrens

Besteht kein hinreichender Tatverdacht gegen den Beschuldigten, stellt die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein. Auch wenn der entstandene Schaden gering oder der Täter nicht vorbestraft ist, muss sie die Betrugsanzeige nicht weiter verfolgen.

Geschädigte haben die Möglichkeit, Privatklage einzureichen.

 

Möglichkeit b) Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen

Die Staatsanwaltschaft kann das Verfahren nach einer Anzeige wegen Betrugs gegen Auflagen einstellen, etwa wenn der Beschuldigte eine Wiedergutmachung an eine gemeinnützige Organisation zahlt oder gemeinnützige Arbeit leistet. Der Beschuldigte muss dem zustimmen.

 

Möglichkeit c) Einreichung der Klageschrift

Erhärten sich im Ermittlungsverfahren die Tatvorwürfe, besteht ein hinreichendes Interesse an einer Strafverfolgung. Sieht die Staatsanwaltschaft eine Verurteilung des Beschuldigten durch das Gericht als wahrscheinlich an, erhebt sie Klage.

Hat die Staatsanwaltschaft die Klageschrift bei Gericht eingereicht, wird der Beschuldigte informiert und kann Einwände vorbringen. Im weiteren Verfahren entscheidet das Gericht, ob es einen Strafbefehl gegen den Beschuldigten erlässt oder das Hauptverfahren eröffnet.

  • Strafbefehl: Betrug gilt laut Strafgesetzbuch als Vergehen. Bei Vergehen kann das Gericht einen Strafbefehl erlassen. Es entscheidet dann aufgrund der Aktenlage ohne mündliche Hauptverhandlung über das Strafmaß.
  • Hauptverfahren: Erhebt der Beschuldigte Einspruch gegen den Strafbefehl, eröffnet das Gericht das Hauptverfahren. Während der Gerichtsverhandlung können sich beide Seiten zu den Vorwürfen äußern. Der Richter entscheidet anschließend über Freispruch oder Verurteilung.

 

Meist erlässt das Gericht in Betrugssachen einen Strafbefehl. Besteht ein besonderes öffentliches Interesse an einer Anklage, kann das Gericht aber auch bei einem Vergehen ein Hauptverfahren eröffnen.

Ein besonderes öffentliches Interesse sah z. B. das Landgericht Kiel bei einem Landwirt gegeben, der in über 500 Fällen Eier aus Käfighaltung als „ökologisch erzeugtes Produkt“ verkauft hatte. Das Gericht verurteilte ihn wegen gewerblichen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren auf Bewährung (Az. 3 KLs 8/08).

 

Welche Strafen drohen bei einer Betrugsanzeige?

Nach § 263 ist bei einer Anzeige wegen Betrugs eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren möglich. In schweren Fällen des gewerbsmäßigen Betrugs kann das Gericht eine Haftstrafe von bis zu 10 Jahren verhängen. Welche Strafe das Gericht verhängt, ist immer einzelfallabhängig.

Das Strafmaß richtet sich nach:

  • Schadenshöhe
  • etwaigen Vorstrafen des Täters
  • der Reue bezüglich der Tat

Eine Anzeige wegen Betrugs kann einen Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis nach sich ziehen. Dies wirkt sich besonders bei Studierenden, die wegen BAföG-Betrugs verurteilt wurden, nachteilig aus: Eine Vorstrafe gefährdet die Einstellung als Staatsbediensteter.

Als vorbestraft gelten Beschuldigte erst bei einer verhängten Freiheitsstrafe von mehr als 3 Monaten oder einer Geldstrafe von über 90 Tagessätzen. Der Tagessatz berechnet sich, indem das monatliche Nettoeinkommen durch 30 geteilt wird.

 

Hilft eine Selbstanzeige bei Betrug?

Im Gegensatz zum Steuerrecht gibt es beim Betrug keine Straffreiheit durch eine Selbstanzeige. Auch wer sich selbst anzeigt, kann bestraft werden. Eine Selbstanzeige wirkt sich allerdings in der Regel strafmildernd aus.

 

Wann verjährt Betrug?

Die Verjährungsfrist für Betrug beträgt 5 Jahre. Sie beginnt, sobald

  • die Tat abgeschlossen ist und
  • dem Opfer ein Vermögensschaden entstanden ist.

Erschleicht sich jemand z. B. durch einen Sozialbetrug Leistungen wie Arbeitslosengeld oder BAföG, beginnt die Verjährungsfrist erst ab der letzten Auszahlung des monatlichen Betrags.

 

Anzeige wegen Betrugs – was kann passieren?

Sie haben eine Anzeige wegen Betrugs erhalten? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Erstgespräch mit einem unserer Anwälte. Schildern Sie dafür bitte hier Ihr Anliegen.

 

4. So wehren Sie sich gegen eine Betrugsanzeige

Wurden Sie wegen eines vermeintlichen Betrugs angezeigt, sollten Sie von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen. Beschuldigte müssen sich nicht zum Tatvorwurf äußern, wenn sie sich dadurch selbst belasten – das Schweigen wird nicht zu ihren Ungunsten ausgelegt.

Im Falle einer Betrugsanzeige ist ein Anwalt für Strafrecht der richtige Ansprechpartner. Er stellt sicher, dass Sie keine Fehler machen, die den Ausgang des Verfahrens negativ beeinflussen und verteidigt Ihre Rechte vor den Strafverfolgungsbehörden.

Er gewährleistet, dass Sie denselben Kenntnisstand über die Ermittlungen haben wie Polizei und Staatsanwaltschaft. Nur so lässt sich unter Umständen beweisen, dass Sie die vorgeworfene Tat nicht vorsätzlich begangen haben und die Anzeige wegen Betrugs ungerechtfertigt ist.

 

Stellungnahme zur Betrugsanzeige

Falls Sie sich zur Anzeige wegen Betrugs äußern möchten, ist es sinnvoll, zuvor einen erfahrenen Anwalt zu kontaktieren.

Dieser beantragt Akteneinsicht im Strafverfahren und prüft anhand der Ermittlungsakten, ob der Tatbestand des Betruges erfüllt ist. Kann der Anwalt nachweisen, dass Sie nicht vorsätzlich gehandelt haben, liegt auch kein Betrug vor – die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren ein.

 

Strafbefehl akzeptieren oder anfechten

Hat das Gericht einen Strafbefehl gegen Sie erlassen, müssen Sie diesen nicht akzeptieren. Ist der Vorwurf des Betrugs ungerechtfertigt oder sind Sie mit der Höhe des Strafmaßes nicht einverstanden, können Sie innerhalb von 2 Wochen Einspruch erheben – dann kommt es zur gerichtlichen Hauptverhandlung.

Den Einspruch gegen einen Strafbefehl sollten Sie in Rücksprache mit einem Anwalt sorgfältig abwägen, denn das Gericht kann im Hauptverfahren auch eine höhere Strafe gegen Sie verhängen.

 

5. Anzeige wegen Betrugs erstatten

Grundsätzlich kann jeder einen Betrug anzeigen, nicht nur der Geschädigte. Allerdings sollten Sie sich sicher sein, dass der Beschuldigte die Tat auch wirklich begangen hat. Beschuldigen Sie jemanden zu Unrecht, machen Sie sich ebenfalls strafbar.

Die Betrugsanzeige können Sie nicht zurückziehen. Falls Sie sich unsicher sind, ob Sie tatsächlich betrogen wurden, sollten Sie sich im Zweifelsfall an die Polizei wenden und dort den Fall schildern.

Hier können Betroffene eine Anzeige wegen Betrugs erstatten:

  • mündlich oder schriftlich bei jeder Polizeidienststelle (in vielen Bundesländern ist auch eine Online-Anzeige möglich)
  • bei der Staatsanwaltschaft
  • beim Amtsgericht

Durch die Anzeige erlangen die Strafverfolgungsbehörden Kenntnis über die Tat und leiten bei begründetem Verdacht Ermittlungen gegen den vermeintlichen Täter ein.

Sind Sie als Geschädigter mit dem Beschuldigten verwandt oder leben mit ihm in einer Wohngemeinschaft, müssen sie zusätzlich zur Anzeige innerhalb von drei Monaten einen Strafantrag stellen, damit die Strafverfolgungsbehörden Ermittlungen einleiten. Gleiches gilt, wenn nur ein geringer Vermögensschaden unter 50 Euro entstanden ist.

Als Opfer eines Betrugs haben Sie zudem zivilrechtliche Ansprüche auf z. B. Schadensersatz. Um die Ansprüche geltend zu machen, müssen Sie selbst privatrechtlich Klage einreichen.

 

Bei einer Schadensersatzklage müssen Sie als Kläger einen Gerichtskostenvorschuss leisten. Ziehen Sie juristische Unterstützung hinzu, um Ihre Ansprüche durchzusetzen, entstehen Kosten für den Anwalt.

Da die Anwaltskosten bei geringen Schadenssummen höher ausfallen als der Schadensersatz, sollten Sie vorab prüfen, ob sich die Beauftragung eines Anwalts wirtschaftlich lohnt.

 

Streitwert & Anwaltskosten abwägen

In kleineren Betrugsfällen z. B. auf eBay oder eBay Kleinanzeigen sind die Kosten für einen Anwalt höher als der Streitwert. Erst ab einem Streitwert von 800 Euro ist es wahrscheinlich, dass die Anwalts- und Prozesskosten die mögliche Entschädigungssumme nicht übersteigen.

Entscheidet das Gericht zugunsten des Geschädigten, muss die Gegenseite sämtliche Kosten übernehmen.

Betroffene, die einen Warenbetrug auf Online-Verkaufsplattformen vermuten, sollten sich daher im ersten Schritt an den Käufer bzw. Verkäufer wenden und das entsprechende Verkaufsportal kontaktieren (z. B. eBay). Lässt sich keine Einigung erzielen, empfiehlt es sich, bei der Polizei eine Anzeige wegen Betrugs im Internet zu erstatten.

 

6. Wann sollte ich einen Anwalt hinzuziehen?

Grundsätzlich sollten Sie einen Anwalt hinzuziehen, wenn Sie eine Anzeige wegen Betrugs bekommen haben. In einigen Fällen ist die Strafanzeige ungerechtfertigt – denn wenn Sie nicht vorsätzlich gehandelt haben, liegt kein Betrug vor.

Durch eine effektive Verteidigung lässt sich die Anzeige wegen Betrugs in vielen Fällen frühzeitig abwehren.

Ein erfahrener Strafverteidiger kann Akteneinsicht beantragen und anhand der Aktenlage die bestmögliche Verteidigungsstrategie entwickeln. Erhärten sich die Vorwürfe im Ermittlungsverfahren gegen Sie, übernimmt ein auf Strafrecht spezialisierter Anwalt u. a. folgende Aufgaben:

  • Vertretung vor Gericht
  • Vorbereitung von Zeugenbefragungen
  • Stellen von Beweisanträgen
  • Prüfung von Verwertungsverboten von Beweismitteln

 

Was kostet ein Anwalt?

Die Beauftragung eines Anwalts ist mit Kosten verbunden. Da eine effektive Verteidigung die Reduzierung der Strafe bewirken kann, lohnt sich die Unterstützung durch einen Anwalt aber auch finanziell.

Anwaltskosten sollten Sie daher als Investition verstehen, die Sie vor einem größeren wirtschaftlichen Schaden bewahrt. Mithilfe unseres Prozesskostenrechners können Sie vorab das Prozesskostenrisiko für Ihren individuellen Fall ermitteln.

Spricht das Gericht Sie vom Vorwurf des Betrugs frei, übernimmt die Staatskasse oder der Privatkläger die Kosten für das Gericht und Ihren Anwalt.

 

Wurde gegen Sie eine Anzeige wegen Betrugs erstattet? Mit der Online-Rechtsberatung über advocado können Sie einen erfahrenen Strafverteidiger beauftragen.

Dieser informiert Sie anhand der Sachlage in einem unverbindlichen Erstgespräch über die entstehenden Anwaltskosten. Auf diese Weise haben Sie volle Kostentransparenz und entscheiden selbst, ob Sie einen Anwalt mit Ihrer Verteidigung beauftragen.

Hier Anliegen schildern & Erstgespräch vereinbaren.

Hat Ihnen dieser Beitrag gefallen?
2723 Leser finden den Beitrag hilfreich.

Vielen Dank für das Feedback!

Jetzt Newsletter abonnieren

Warum gefällt Ihnen der Beitrag nicht?

Bitte geben Sie uns Feedback.

 

Beitrag von
Sophie Suske

Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Sophie Suske stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen.

Aktuelle Beiträge im advocado-Ratgeber