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Schadensersatz – Voraussetzungen, Höhe & Durchsetzung

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In diesem Ratgeberbeitrag erfahren Sie u. a., wann ein Anspruch auf Schadensersatz besteht, wie hoch dieser ausfallen kann und wie er außergerichtlich oder gerichtlich durchgesetzt werden kann.

 

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1. Was ist Schadensersatz?

Durch eine schuldhafte Verletzung von Rechten, des Lebens, der Gesundheit oder des Eigentums besteht für den Geschädigte unter Umständen ein Anspruch auf Schadensersatz. Eindeutig nachzuweisen ist dabei, dass wirtschaftliche Schäden Folge des Schadensereignisses sind. Schadensersatz ist dann vom Verursacher meist in finanzieller Form zu leisten. Für Schäden wie Verletzungen, die nicht wirtschaftlich messbar sind, besteht demgegenüber ein Schmerzensgeldanspruch.

 

Bei rechtmäßigem Anspruch auf Schadensersatz und erfolgreicher Durchsetzung übernimmt grundsätzlich die gegnerische Seite sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten.

 

LINK-TIPP: Wann Sie für wirtschaftlich nicht messbare Schäden wie Verletzungen einen Anspruch auf Schmerzensgeld haben, wie hoch dieses ausfallen kann und wie Sie es einfordern können, erläutern wir Ihnen in unserem Beitrag zum Thema Schmerzensgeld beantragen. Wie Sie eine Schmerzensgeldklage erheben, wenn sich die gegnerische Seite weigert, ein Schmerzensgeld zu zahlen, erklären wir Ihnen in unserem Beitrag zum Thema Schmerzensgeld einklagen.

Im Rahmen der Einforderung von Schadensersatz liegt die Beweispflicht stets beim Geschädigten. Dabei muss dieser unzweifelhaft beweisen können, dass das schädigende Ereignis für den entstandenen Schaden verantwortlich ist. Sämtliche Schäden und mögliche Zeugenaussagen sollten daher ausführlich dokumentiert werden. Durch z. B. Polizei-, Arzt oder Versicherungsberichte kann ein Anspruch auf Schadensersatz nachgewiesen werden und ausschlaggebend für eine erfolgreiche Durchsetzung sein. Stehen der Gegenseite oder dem Gericht die erforderlichen Beweismittel für einen behaupteten Sachverhalt nicht zur Verfügung, hat dies möglicherweise eine Ablehnung des Schadensersatzes zur Folge.

 

2. Wann habe ich einen Anspruch auf Schadensersatz?

Der Anspruch auf Schadensersatz ist in den §§ 823 ff. BGB geregelt. Danach begründet sich ein Anspruch auf Schadensersatz, sobald dem Schaden ein unverschuldetes Ereignis zugrunde liegt.

Die Liste der Rechtsverletzungen, die zu Schadensersatz führen können, ist lang. Wir haben Ihnen hier deswegen einige Beispiele zusammengestellt:

  • Sachschäden wie Beschädigung eines Laptops durch ein verschüttetes Getränk,
  • Personenschäden wie Behandlungsfehler beim Arzt,
  • Persönlichkeitsverletzungen wie Verleumdung,
  • Verletzung einer Pflicht durch Schuldverhältnis wie nicht bezahlte Ware,
  • Verletzung vertraglicher Sorgfaltspflichten wie falsche Beratung durch einen Steuerberater.

Zudem wird Schadensersatz besonders häufig bei Verkehrsunfällen, sexueller Belästigung oder in Fällen von Mieter zahlt nicht zugesprochen. Doch auch Fälle von FlugverspätungDHL-Transportschäden oder Verletzung des Urheberrechts können einen Anspruch auf Schadensersatz begründen.

Welche Voraussetzungen für Schadensersatz darüber hinaus erfüllt sein müssen, wie er konkret berechnet wird und welche Fristen zu beachten sind, erklären wir Ihnen jetzt.

 

2.1 Voraussetzungen für Schadensersatz

Um Schadensersatz zu erhalten, müssen grundsätzlich folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • grobe Pflichtverletzung durch den Schuldner wie eine nicht oder nur teilweise erbrachte Leistung,
  • verzögert erbrachte Leistungen,
  • fahrlässige oder vorsätzliche Handlung des Schädigers,
  • Schaden, der durch Schadensereignis bedingt ist.

Zudem muss ein Anspruch auf Schadensersatz vertraglich oder gesetzlich nachgewiesen werden können:

Vertraglicher Anspruch auf Schadensersatz

Dieser entsteht bei Verletzungen von Haupt- oder Nebenleistungspflichten.

Beispiel: Bei einem Händler wird Ware bestellt, diese wird allerdings nicht geliefert. Durch den Kauf wurde ein bindender Vertrag geschlossen, der den Händler zur Lieferung verpflichtet. In einem solchen Fall liegt eine Pflichtverletzung aus dem vorliegenden Vertrag vor, die einen Anspruch auf Schadensersatz begründet.

Gesetzlicher Anspruch auf Schadensersatz

Diese entstehen u. a. durch eine vorsätzliche, fahrlässige oder widerrechtliche Verletzung der Gesundheit, Freiheit oder des Eigentums einer Person.

Beispiel: Eine Person zerstört mutwillig und gegen den Willen des Eigentümers einen Gegenstand. Zwar liegt kein Vertragsverhältnis vor, dennoch besteht auch hier ein Anspruch auf Schadensersatz.

 

Bei der Forderung von Schadensersatz wird stets geprüft, welchen Anteil der Geschädigte an der Entstehung des Schadens hat. Hat er eine Teil- oder Mitschuld am Schadensereignis, kann der Schadensersatz geringer ausfallen oder gänzlich entfallen. Gern ein advocado Partner-Anwalt für Ihren individuellen Fall, ob ein Anspruch auf Schadensersatz besteht und wie hoch dieser ausfallen könnte. Jetzt Ersteinschätzung erhalten.

 

2.2 Wie viel Schadensersatz kann ich erhalten?

In der Regel haben Geschädigte keine genaue Vorstellung davon, welche Rechte ihnen im Schadensfall zustehen. Meist sind ihnen auch nicht alle relevanten Schadenspositionen bekannt, sodass die Entschädigung regelmäßig zu gering ausfällt.
Ralph Husung
Ralph Husung
Anwalt für Schadensersatzrecht

Schadensersatz dient vor allem dem finanziellen Ausgleich – der Schädiger hat dem Geschädigten den Schaden zu begleichen. Durch Geldleistungen oder Reparaturen können entstandene Schäden reguliert und somit finanzielle Einbußen auf Seiten des Geschädigten verringert werden. Allerdings soll er durch den Schadensersatz nicht besser oder schlechter gestellt sein als vor dem schädigenden Ereignis.

Bei der konkreten Berechnung von Schadensersatz werden u. a. folgende Faktoren berücksichtigt:

  • Schwere und Ausmaß des Schadens,
  • Dauerschäden und
  • entstandene Kosten.

Um eine angemessene Höhe der Schadensersatzzahlung zu gewährleisten, können Schadenssummen mithilfe verschiedener Methoden berechnet werden:

 

Differenzmethode

Oftmals wird Schadensersatz mithilfe der Differenzmethode berechnet. Dabei wird die theoretisch bestehende Vermögenslage ohne Schaden und die tatsächliche Vermögenslage mit Schaden verglichen. Die daraus entstehende Differenz bestimmt dann die Höhe des zu zahlenden Schadensersatzes.

Konkrete Schadensberechnung

Bei einem wirtschaftlich genau ermittelbaren Schaden kann der Geschädigte diese konkrete Summe vom Schädiger fordern. Der erforderliche Nachweis kann durch Dokumente wie beispielsweise eine Rechnung erbracht werden.

Abstrakte Schadensberechnung

Sollte eine konkrete Schadensberechnung nicht möglich sein, so kann der Schadensersatz durch die typischerweise durch den Umstand entstehenden Schäden ermittelt werden. Entscheidet sich der Geschädigte beispielsweise, den entstandenen Schaden eigenständig zu reparieren, kann er als Schadensersatz die Summe fordern, die die Reparatur in einer Fachwerkstatt gekostet hätte. Allerdings ist diese Art der Berechnung sehr spekulativ und wird daher nur in Ausnahmefällen genutzt.

 

Korrekte Berechnung von Schadensersatz:

Eine eindeutige Berechnung von Schadensersatz kann kompliziert sein, da viele Faktoren zu berücksichtigen sind. Ein advocado Partner-Anwalt kann Sie dabei unterstützen und eine angemessene Höhe des Schadensersatzes mithilfe einer umfassenden Dokumentation rechtssicher festlegen. Jetzt Ersteinschätzung erhalten.

 

Übrigens ist immer vom Einzelfall abhängig, wer die Zahlung von Schadensersatz zu leisten hat. In den meisten Fällen übernehmen die Privathaftpflichtversicherung, die Kfz-Haftpflichtversicherung, die eigene Haftpflichtversicherung oder die Kaskoversicherung die Schadensregulierung – Letztere allerdings nur, wenn der Schaden selbst verursacht wurde.

 

2.3 Fristen & Verjährung

Ein Anspruch auf Schadensersatz verjährt gem. § 195 BGB grundsätzlich nach drei Jahren. Dabei beginnt die Verjährungsfrist für Schadensersatz stets mit dem Ende des Jahres, in dem der Schaden entstanden ist und in welchem der Geschädigte Kenntnis vom Schaden und dem Schädiger erlangte. In manchen Fällen ist der Schädiger nicht sofort bekannt. Dann beginnt die Frist erst mit dem Ende des Jahres, in dem die Identität des Schädigers ermittelt wurde.

Beispiel: Im Juli 2017 wurde das Fenster eines Einfamilienhauses durch einen Steinwurf zerstört. Der Verursacher war vorerst unbekannt. Erst im Januar 2018 wird dieser durch die Polizei ermittelt. Somit beginnt die Verjährungsfrist nicht am 31.12.2017, sondern erst am 31.12.2018 und endet am 31.12.2021.

Sind Schadensverursacher oder der Umfang des Schadens noch nicht bekannt oder absehbar, greifen andere Verjährungsfristen. Bei unbekanntem Schädiger setzt die Frist laut § 199 BGB erst nach 10 Jahren ein. Wenn der Schadensumfang hingegen nicht vollständig einzuschätzen ist – beispielweise bei einem ärztlichen Behandlungsfehler –, verjährt der Anspruch auf Schadensersatz gemäß § 199 BGB erst nach 30 Jahren. Nach dieser Zeitspanne besteht dann allerdings kein Anspruch mehr auf Schadensersatz.

LINK-TIPP: Ausführlichere Informationen zur Verjährung von Schadensersatz und allen wichtigen Regelungen in diesem Zusammenhang finden Sie in unserem Beitrag zur Verjährung von Schadensersatz.

 

Schadensersatz

Sie möchten mit anwaltlicher Unterstützung Schadensersatz einfordern? Ein advocado Partner-Anwalt erläutert Ihnen in einer kostenlosen Ersteinschätzung Ihre Handlungsoptionen. Jetzt Ersteinschätzung erhalten.

 

3. Wie wird Schadensersatz durchgesetzt?

Um Schadensersatz zu erhalten, kann entweder eine außergerichtliche Einigung angestrebt oder eine Klage vor Gericht eingereicht werden. Was dabei beachtet werden kann, erläutern wir Ihnen jetzt.

 

3.1 Außergerichtliche Einigung

Bevor Schadensersatz gerichtlich eingefordert wird, kann zunächst eine außergerichtliche Einigung angestrebt werden. Dabei wird eine schriftliche Schadensersatzforderung an den Schädiger bzw. dessen Versicherung gestellt. Je genauer hier die Beschreibung von Schaden und Schadensereignis ist, desto höher sind auch die Chancen, schnell Schadensersatz zu erhalten. Diesem Antrag sollten folgende Dokumente hinzugefügt werden:

  • Polizei-, Arzt- oder Versicherungsberichte,
  • Nachweise über die Schadensursache,
  • die exakte Höhe des geforderten Schadensersatzes und
  • eine Fristsetzung für dessen Auszahlung.

Wenn in der Folge eine Entschädigungszahlung durch z. B. die gegnerische Versicherung erfolgt, muss in den meisten Fällen eine Abfindungserklärung unterzeichnet werden. Diese verhindert im Falle von Spätfolgen weiteren Ansprüche auf Schadensersatz.

Ist eine außergerichtliche Einigung mit der Gegenseite nicht möglich, kann Schadensersatz vor Gericht durchgesetzt werden.

 

3.2 Klage vor Gericht

Folgende Schritte sollten beachtet werden, soll Schadensersatz gerichtlich eingefordert werden:

  • Einreichung der Schadensersatzklage: Wenn eine außergerichtliche Einigung nicht zum gewünschten Ergebnis geführt hat, wird eine Schadensersatzklage beim zuständigen Zivilgericht eingereicht. Bei einem Streitwert bis 5.000 Euro ist das Amtsgericht vor Ort zuständig. Ab einem Streitwert über 5.000 Euro ist dann das jeweilige Landgericht zuständig – hier besteht Anwaltszwang.

 

INHALTE DER KLAGESCHRIFT:

    Datum der Klageerhebung,
    persönliche Daten wie Name, Anschrift und Telefonnummer des Klägers,
    Bezeichnung des Gerichts und dessen Anschrift,
    persönliche Daten des Beklagten,
    Sachverhalt des Klagegrundes,
    konkrete Forderung an die Gegenseite und
    Unterschrift des Klägers.

 

LINK-TIPP: Wo Sie eine Klage einreichen können, welche Inhalte die Klageschrift haben sollte und mit welchen Kosten bei einer Klage zu rechnen ist, erläutern wir Ihnen in unserem Beitrag zum Thema Klage einreichen.

  • Zahlung des Gerichtskostenvorschusses: Bei der Einreichung der Schadensersatzklage wird automatisch die Zahlung eines Gerichtskostenvorschusses fällig. Dessen Höhe richtet sich stets nach dem individuellen Streitwert – also dem geforderten Schadensersatz. Welche Kosten konkret entstehen und wie hoch diese ausfallen können, erläutern wir Ihnen in Kapitel 3.4 Mögliche Kosten & Kostenübernahme.
  • Beginn des Klageprozesses: Die Schadensersatzklage wird an die Gegenseite zugestellt.
  • Verhandlung des Schadensersatzes: Alle Aussagen und Beweise zum Schadensereignis werden durch das Gericht erfasst. Außerdem wird eine mögliche Teilschuld untersucht und die Höhe des Schadensersatzes berechnet.
  • Entscheidung durch das Gericht: Nach Anhörung beider Parteien fällt der Richter ein Urteil darüber, ob ein Anspruch auf Schadensersatz besteht und in welcher Höhe dieser zugesprochen wird.
  • Auszahlung des Schadensersatzes: Abschließend erfolgt die Festlegung einer Frist zur Auszahlung des Schadensersatzes. Innerhalb dieser muss die beschlossene Summe an den Geschädigten ausgezahlt werden.

LINK-TIPP: Ausführliche Informationen zu Ablauf, Kosten und Dauer einer Klage auf Schadensersatz erhalten Sie in unserem Beitrag Schadensersatzklage.

 

3.3 Wie kann ein Anwalt helfen?

Aufgrund einer fehlerhaften Berechnung des Schadensersatzes, einer unzureichenden Begründung der Schuldfrage oder mangelhafter Dokumentation des Schadens könnte die Gegenseite im Zuge einer außergerichtlichen Einigung oder einer Verhandlung vor Gericht Schadensersatzforderungen ablehnen. Ein  Anwalt kann hier Abhilfe schaffen und sicherstellen, dass Ihr Schadensersatz schnell durchgesetzt wird. Die Kosten des Anwalts werden bei erfolgreicher Durchsetzung übrigens von der Gegenseite übernommen.

Ein Anwalt kann in diesem Zusammenhang eine lückenfreie Dokumentation der Schäden gewährleisten, eine angemessene Höhe des Schadensersatzes festlegen, mit der Gegenseite verhandeln und eine außergerichtliche Einigung anstreben. Ist diese nicht möglich, vertritt er Sie während einer Schadensersatzklage und setzt Ihren Anspruch auf Schadensersatz mit der passenden juristischen Strategie gerichtlich durch.

Nach der Beauftragung eines Anwalts kann dieser u. a. folgende Aufgaben für Sie übernehmen:

  • Prüfung des Anspruchs auf Schadensersatz und ggf. weiterer Ansprüche,
  • Beweissicherung, Dokumentation und Prüfung der entstandenen Schäden,
  • genaue Ermittlung der Schadensersatzhöhe,
  • Vermittlung der Ernsthaftigkeit der Forderung von Schadensersatz durch anwaltlich verfassten Schadensersatzantrag,
  • Einreichung einer etwaigen Schadensersatzklage unter Berücksichtigung formeller und inhaltlicher Anforderungen sowie alle Fristen,
  • Erarbeitung einer auf Ihren Fall abgestimmten juristischen Strategie, mit welcher Schadensersatz schnell und konsequent durchsetzt werden kann.

 

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3.4 Mögliche Kosten & Kostenübernahme

Bei der Durchsetzung von Schadensersatz können verschiedene Kosten entstehen. Bei diesen handelt es sich um eine anerkannte Schadensposition, die bei erfolgreicher Durchsetzung vom Schädiger zu tragen sind. Die genaue Höhe der Kosten richtet sich stets nach dem Streitwert – also dem geforderten Schadensersatz.

 

Außergerichtliche Kosten

Beim Versuch einer außergerichtlichen Einigung können u. a. Fahrtkosten, Kosten für Sachverständigengutachten und Anwaltskosten entstehen.

Wird ein Anwalt im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung mit der Gegenseite hinzugezogen, werden dessen Kosten dabei durch das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt. Auch diese richten sich stets nach dem Streitwert bzw. dem geforderten Schadensersatz. Demnach kann ein Anwalt z. B. eine

  • 1,3-fache Geschäftsgebühr für die anwaltliche Vertretung,
  • 1,5-fache Einigungsgebühr für den Abschluss eines Vergleichs

in Rechnung stellen, sollte eine außergerichtliche Einigung erzielt werden. Bei verschiedenen Streitwerten wäre in diesem Fall dann mit folgenden Anwaltskosten zu rechnen:

 

Streitwert bis ...

Anwaltskosten

500 €

126,00 €

2.000 €

420,00 €

4.000 €

705,60 €


Erklärung: Anwaltskosten richten sich stets nach dem Einzelfall und werden individuell berechnet. Die Angaben in der Tabelle sind daher nur als grobe Orientierung zu verstehen.

Auch die Vereinbarung einer individuellen Vergütung zum Festpreis ist möglich – z. B. durch eine Abrechnung auf Stundenbasis.

Hat eine außergerichtliche Einigung nicht zum gewünschten Ergebnis geführt, kann Schadensersatz vor Gericht eingeklagt werden.

 

Gerichtliche Kosten

Eine Klage vor Gericht zieht zunächst Gerichtskosten nach sich, die sich aus Gebühren und Auslagen zusammensetzen. Auch diese richten sich nach der Höhe des Streitwerts.

Wird dabei ein Anwalt hinzugezogen, so kann dieser laut Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) folgende Gebühren berechnen:

  • 1,3-fache Verfahrensgebühr für die Erhebung der Schadensersatzklage,
  • 1,2-fache Termingebühr für die Wahrnehmung der Güterverhandlung und des Kammertermins,
  • 1,0-fache Einigungsgebühr für den Abschluss eines Vergleichs.

Nachfolgend haben wir Anwalts- und Gerichtskosten für verschiedene Streitwerte zusammengestellt:

 

Streitwert bis ...

Anwalts- und Gerichtskosten

500 €

192,50 €

2.000 €

614,00 €

4.000 €

1009,00 €


Erklärung: Anwalts- und Gerichtskosten
richten sich stets nach dem Einzelfall und werden individuell berechnet. Die Angaben in der Tabelle sind daher nur als grobe Orientierung zu verstehen.

 

Kostenübernahme

Die Kosten für die Durchsetzung eines Schadensersatzanspruches lassen sich mithilfe verschiedener Möglichkeiten finanzieren bzw. minimieren:

  • Gegenseite übernimmt die Kosten: Bei rechtmäßigem Anspruch und erfolgreich durchgesetzter Schadensersatzklage übernimmt die Gegenseite grundsätzlich sämtliche Anwalts- und Gerichtskosten.
  • Prozesskostenhilfe: Bei nachgewiesener Bedürftigkeit kann ggf. Prozesskostenhilfe beantragt werden. Dafür wird vorausgesetzt, dass die Anwalts- und Gerichtskosten für den Prozess nicht eigenständig aufgebracht werden können. Für die Beantragung von Prozesskostenhilfe können ein formloser Antrag sowie eine Erklärung über die persönlichen wirtschaftlichen Verhältnisse beim zuständigen Amtsgericht eingereicht werden.
  • Kostenübernahme durch Rechtsschutzversicherung: Liegt eine Rechtsschutzversicherung vor, übernimmt diese i. d. R. die Kosten, welche mit einer Schadensersatzforderung verbunden sind. Hierzu gehören Anwalts- und Gerichtskosten sowie die erstattungsfähigen Kosten der Gegenseite, die im Falle einer verlorenen Klage entstehen. Welche Kosten dabei genau abgedeckt werden, hängt von der jeweiligen Police ab.

 

Sollten Sie sich unsicher sein, ob Ihre Rechtsschutzversicherung Anwalts- und Gerichtskosten übernimmt, stellt ein advocado Partner-Anwalt für Sie gerne eine kostenlose Deckungsanfrage. Jetzt Ersteinschätzung erhalten.

 

4. Tipp: juristische Unterstützung bei der Durchsetzung von Schadensersatz

Haben Sie unverschuldet eine Schädigung Ihrer Rechte oder rechtlich geschützten Güter erlitten, besteht ein Anspruch auf Schadensersatz. Allerdings kann die Einforderung von Schadensersatz mit einigen rechtliche Hürden verbunden sein. So kann sich die gegnerische Seite weigern, Ihnen Schadensersatz zu zahlen, oder Ihre Nachweise über Schäden und deren Ursache als nicht detailliert genug ansehen. Bei Uneinsichtigkeit des Schädigers kann sich vor allem die eigenständige außergerichtliche Verhandlung nicht selten als langwierig und belastend erweisen. Mithilfe eines  Anwalts kann dieser Prozess u. a. durch eine rechtlich einwandfreie Dokumentation, die korrekte Berechnung von Schadensersatz und eine angemessenen juristischen Strategie für die Verhandlungen mit der Gegenseite oder vor Gericht beschleunigt werden.

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Beitrag von
Isabel Kockro
Als Teil der juristischen Redaktion bei advocado steht Isabel Kockro stetig im Austausch mit Anwälten und anderen Juristen, um Ihnen bei schwierigen Rechtsfragen oder -problemen die besten Lösungsansätze aufzuzeigen.
Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Ratgeberartikel, den unsere juristische Redaktion mit größtmöglicher Sorgfalt verfasst hat. Der Artikel stellt keine Rechtsberatung dar und unsere Redakteure sind keine Rechtsanwälte. Selbstverständlich ersetzen die Informationen aus diesem Artikel keine Rechtsberatung im Einzelfall. Jeder individuelle Fall muss vorher durch einen Rechtsanwalt geprüft werden, um eine fundierte Handlungsempfehlung erteilen zu können.

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